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Spotlight Work-Life-Balance

Spotlight: Work-Life-Balance

Das Thema Work-Life-Balance hat den Monat August in unseren Social Media Kanälen dominiert – und euch so sehr zum Austausch angeregt, wie nur wenige Themen zuvor. Ein paar Handlungsimpulse haben wir in unserem Spotlight gesammelt, das einmal im Monat erscheint. 💌⁠ Darin erhältst du Gedanken und Fakten zu einem ausgewählten Thema, das uns aktuell ganz besonders beschäftigt. Abonniere unseren Newsletter kostenlos, um kein Spotlight zu verpassen.   

Die Frage, wie wir in einer immer schnelllebigeren und komplexer werdenden Welt unser Privatleben und unser Arbeitsleben miteinander verknüpfen können, ist beim Thema Work-Life-Balance ganz zentral. 🤹

Eure Reaktionen auf unsere Beiträge zu diesem Thema, die klugen Kommentare und die Freude über Impulse, zeigen uns ganz klar: Hier gibt es noch so viel zu tun! 🚀

Besonders wertvoll fanden wir den Austausch über den Namen: Work-Life-Balance klingt schließlich, als müssten wir uns entscheiden. Wollen wir arbeiten oder leben? Ist Erwerbsarbeit nicht ein essenzieller Bestandteil unseres Lebens? Immerhin nehmen die meisten von uns knapp 40 Jahre am Berufsleben teil. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Dauer geschiedener Ehen liegt bei 15 Jahren.

Ganz gleich, was unser Job ist, wie häufig wir ihn und unsere Kollegen wechseln, umschulen, uns neu orientieren: Dem Arbeitsmarkt bleiben wir für eine sehr lange Zeit erhalten. Wäre es nicht schön, wenn Erwerbstätigkeit dann ein tatsächlicher Teil unseres Lebens wäre?
Also: Wie wäre es, wenn wir ab jetzt über Life-Balance sprechen? Oder es ganz kurz machen: Leben. 💜

Unsere Spotlight Themen:

Unsere Spotlight Themen:

🤹 Unsere Zeit versus unser Smartphone

Unsere Woche hat 168 Stunden. Neben all den Aufgaben, die wir erledigen müssen, wie Erwerbsarbeit und Arbeitsweg, Care-Arbeit und Schlaf bleiben jedem Menschen in Deutschland im Schnitt 54,7 Stunden freie Zeit. ⏰

Zeit für die Familie und Freunde, Reisen, Sport, Hobbys, Me-Time oder einfach mal Nichtstun: Die Stunden können wir auf viele Arten nutzen. Doch da buhlen so viele Dinge gleichzeitig um unsere Aufmerksamkeit. Allein unsere Smartphones erhalten beinahe die Hälfte unserer freien Zeit.

Das Gefühl, ständig etwas zu verpassen, wenn wir nicht jeder Mitteilung nachgehen und unsere Feeds ständig checken, hat mittlerweile sogar einen eigenen Namen: FOMO, kurz für Fear of missing out. Wir haben Angst, etwas zu verpassen. Etwas, das oftmals gar nichts mit unserem Leben zu tun hat, sondern mit dem von Influencer*innen, Organisationen oder der ehemaligen Nachbarin aus unserem Heimatort. 🤳

Dabei ist FOMO kein lustiges Buzzword, sondern kann zum ernsthaften Problem für Körper und Geist werden. Der Druck, ständig etwas (Mit-)Erleben zu müssen, etwas verpassen zu können, schlägt sich in stressähnlichen Symptomen nieder. ⚡️

Das eigentliche Problem dabei: Wir verpassen tatsächlich so viel. Den sonnigen Nachmittag im Park; die Geschichte, die unsere Freundin gerade erzählt; den Ausgang unserer Lieblingsserie; das Legoschloss, das unsere Tochter stolz gebaut hat.

54,7 Stunden stehen uns in der Woche zur freien Verfügung. Lasst uns etwas draus machen! 🙌

Was wir glauben, was Work-Life-Balance bedeutet
Was Work-Life-Balance wirklich bedeutet

💡 Resilienz

Wie wir Herausforderungen im Leben begegnen können

Im Urlaub das Handy anlassen, unter der Dusche noch an den Disput aus dem Meeting denken, beim Frühstück über unsere Termine des Tages nachdenken: Wir sind mit den Gedanken oft auch dann bei der Arbeit, wenn wir es körperlich nicht sind. Und es ist okay – denn sprechen wir nicht mehr von Work-Life-Balance, sondern von Leben, dann ist der Anspruch nicht: Ich trenne immer alles strikt.

Doch sobald uns der Stress nach Hause verfolgt, uns nicht schlafen lässt oder uns andersherum unsere privaten Sorgen uns von der Arbeit abhalten, wird es problematisch. Dann fühlen wir uns häufig ausgeliefert und hilflos unseren äußeren Umständen gegenüber. Und ja – nicht jeder ist in der Lage, den Job einfach an den Nagel zu hängen, Partnerinnen zu verlassen, die Kinder mal für drei Tage zu den Großeltern zu bringen.

Aber es können auch die kleinen Dinge sein, die uns in solchen Momenten zur Ruhe kommen lassen und uns ein Gefühl von Stärke und Wirksamkeit geben.

8 Impulse für mehr Resilienz

Wie wäre es, wenn du dir zu jedem der Punkte auf der Grafik etwas notierst, das dich unterstützt? 📝

Erholung = eine gute Tasse Tee trinken, einen Spaziergang machen, Lieblingsserie schauen, ein gutes Buch lesen, meditieren

Selbstwirksamkeit* = an einem Projekt arbeiten, ein Möbelstück aufpolieren, zum Sport gehen

Anschließend kannst du dir diese Liste an einem gut auffindbaren Ort verwahren. Zum Beispiel am Süßigkeitenfach, um etwas davon zu machen, statt Frust-Schokoriegel zu essen. Oder als kleine Liste direkt auf dem Homescreen neben den Social Media Apps. 🤳

Nicht vergessen: Das braucht Übung. Unsere Resilienz lässt sich trainieren und stärken – laut René Träder ist sie das Immunsystem unserer Seele. Und wenn wir das Immunsystem unseres Körpers unterstützen können, dann ja wohl auch das. 💪

*Mehr zum Thema Selbstwirksamkeit erfährst du in Veras Online Seminar am 06. September 2022 um 19 Uhr.

🧘 René Träder über das Abschalten nach der Arbeit

René Träder ist Psychologe, Coach und Journalist. Er widmet sich unter anderen den Themen Resilienz und Achtsamkeit und sprach mit Vera in Episode 212 im Female Leadership Podcast genau darüber. 🧘

Auch Teams können Resilienz erlernen. Sie führt zu einem stärkeren Umgang mit Herausforderungen in einer schnelllebigen Arbeitswelt. Eine Episode mit Impulsen, wie Teams von Innen heraus gestärkt werden und widerstandsfähiger agieren können, findest du hier. 🎧

🚀 Mehr Leben am Arbeitsplatz

Das können Organisationen und Führungskräfte beisteuern

Flexiblere Arbeitszeitmodelle 🎒

Teilzeit kommt uns oftmals wie ein Kompromiss vor. Dabei wird die Hypothese, wir seien während einer 4-Tage-Woche deutlich produktiver, aktuell immer wieder aufgestellt. Ein groß angelegter Test in Großbritannien, an dem 70 Unternehmen mit über 3000 Mitarbeiter*innen teilnehmen, zeigt: Das Interesse ist beiderseitig vorhanden. Denn während Organisationen über Fachkräftemangel sprechen, müssen auch neue Modelle her, um Arbeit attraktiver zu gestalten – und für alle möglich. Dazu gehören Homeoffice und Teilzeitmodelle ebenso, wie Jobsharing oder die Möglichkeit für Kinderbetreuung am Arbeitsplatz.

Die Gesundheit fördern – körperlich und mental 🚴

Unternehmen stehen eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Verfügung, um ihren Mitarbeiter*innen gesundheitlich etwas Gutes zu tun. So kann beispielsweise im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung ein Sportkurs angeboten werden. Einen Schritt weiter gehen Gesundheitsworkshops, eine gesunde Kantine oder die Möglichkeit zur psychologischen Beratung.

Erholung aktiv fördern 🛏

Die Aussage: “Sie müssen das Handy am Wochenende nicht anlassen” fördert unsere Erholung nicht aktiv – auch, wenn manche Führungskräfte das denken mögen. Klar aufgestellte Pausen- und Überstundenregeln, zusätzliche (und unbürokratische) Urlaubstage, Sabbaticals, aber auch autogenes Training, Meditations-Apps und -Kurse schon. Indem Organisationen ihre Mitarbeiter*innen die Erholung nicht nur in Aussicht stellen, sondern sie auch befähigen, diese Erholungszeit gut zu nutzen, findet eine ganz andere, wundervolle Form der Wertschätzung statt.

Work + Balance = Life 💪

All diese Maßnahmen verbinden Arbeit und Leben miteinander und sorgen dafür, dass wir auch im Berufsleben als Mensch gesehen werden und ganz wir sein dürfen. So, dass unsere Arbeit schließlich ein Teil unseres Lebens wird.

📖 Unsere Buchtipps

Achtsamkeit und Resilienz immer wieder in den Alltag zu integrieren, lohnt sich. Dabei helfen regelmäßige Check-ins mit uns selbst und kleine Reminder daran, dass wir Mensch sein dürfen – mit allem, was dazu gehört. Dieses Training unseres seelischen Immunsystems unterstützt uns langfristig dabei, besser in Balance zu bleiben. 🤹

Ein gutes Buch über Achtsamkeit setzt dort an und unterstützt bei einer Bestandsaufnahme der Dinge, die gerade in unserem Leben gut und weniger gut sind, die sich toll anfühlen oder uns stressen. Und da der Umgang mit unseren eigenen Gefühlen und das (An-)Erkennen selbiger ein wichtiger Bestandteil von Achtsamkeit ist, lohnt es sich, sie bereits unseren Kindern nahezubringen. Um aus ihnen starke Erwachsene zu machen, die dieses merkwürdige Konstrukt “Work-Life-Balance” so nicht mehr brauchen. Hierbei unterstützt das Buch Ein gutes Gefühl.

René Träder fasst in seinem Das Leben so: nein! Ich so: doch! zahlreiche wertvolle und ganz konkrete Tipps zum Thema Resilienz zusammen und begleitet uns auf einem Weg zu einem stärkeren Ich.

„You are not the work you do, you are the person you are.“

– Toni Morrison

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