...
Female Leadership Academy
9. Januar 2023

Ziele setzen und Klarheit schaffen – 3 Methoden, um wirkungsvoll Ziele zu definieren

Ziele sind wertvoll für uns. Denn sind unsere Ziele klar formuliert und folgen einer Intention, fällt es uns leichter, sie zu erreichen. 

In diesem Artikel erhältst du 3 Methoden, mit denen du dir Ziele setzen und dich mit ihnen verbinden kannst. Neben der klassischen Methode – den SMARTen Zielen – beschreiben wir auch die moderne Zielsetzung und Zielverfolgung mit OKRs (Objectives and Key Results). Als drittes Beispiel fürs Zielesetzen zeigen wir dir, wie du dein eigenes Visionboard erstellst. 

Denn: Klare Ziele sorgen unter anderem dafür, uns in unsicheren Zeiten nicht orientierungslos oder fremdbestimmt zu fühlen. Es lohnt sich also, sich Zeit für die eigenen Ziele zu nehmen. 

“Tell me, what is it you plan to do with your one wild and precious life?”

Mary Oliver

Mehr Geld, mehr Erfolg, mehr Status ODER persönliche und berufliche Entwicklung, eine bessere Work-Life-Balance, soziales Engagement? Es gibt kein Richtig oder Falsch. Denn die eigenen Ziele sind etwas sehr Individuelles. Trotzdem lohnt es sich, genau hinzugucken und zu fragen: Sind das wirklich meine Ziele – oder spiegeln sie vielleicht eine gesellschaftliche Erwartung wider, die ich persönlich mir gar nicht so wünsche?

Ziele werden leicht durch Erwartungen von Außen beeinflusst. Das gilt für private wie für berufliche Ziele.
Denn was resultiert aus dem Erreichen dieser Ziele? Der Wunsch nach noch mehr Geld, mehr Erfolg, mehr Status. So geraten wir in einen Kreis aus extrinsisch motivierten Erfolgserlebnissen, die uns häufig resigniert zurücklassen. Schließlich gibt es nie ein klares Ende von dem, was wir erreicht haben, es reicht einfach nie aus.

In der Female Leadership Academy arbeiten wir mit klaren Zielen, haben dabei aber immer eines im Blick: Unsere Ziele sollen uns dienen, nicht wir ihnen.
Je besser unsere Ziele mit dem großen Ganzen, der Vision, dem Oberziel, verbunden sind, desto motivierender können sie sein. Sind wir emotional und intellektuell mit dem “Warum” verbunden, hilft das, um wirklich dranzubleiben. Im Arbeitskontext und auch im Privatleben.

“If you don’t prioritize your life, someone else will.”

Greg McKeown

1. Warum sind Ziele so wichtig?

Uns Ziele zu setzen, ist psychologisch wichtig für uns. So haben wir die Chance, auf etwas hinzuarbeiten. Sie wirken wie ein Kompass.

Besonders stark sind sie, wenn es uns gelingt, sie emotional aufzuladen. Dabei kann es helfen, von unserem “Warum” auszugehen. Simon Sinek spricht in seinem TedxTalk genau darüber. Er skizziert den “Golden Circle”, der uns über das “Warum” zum “Wie” und “Was” bringt.

Dieses “Warum” darf ein innerer Antreiber werden. Jedes Ziel, das wir davon ableiten, hilft uns bei der Erreichung unserer Vision. In Unternehmen könnte diese Vision zum Beispiel der Wunsch sein, die Welt nachhaltig zu verbessern. Stellt das Unternehmen Mitarbeiter*innen ein, die sich emotional mit diesem “Warum” verbinden können (oder es sogar als ganz persönliche Vision in ihrem Privatleben verfolgen), kann sich eine starke Zusammenarbeit entwickeln, von der alle Beteiligten profitieren.

Die Arbeit mit Zielen, das regelmäßige Rückbesinnen auf sie, die emotionale Verbindung – all das sorgt schließlich für bessere Arbeitsleistungen und eine höhere Mitarbeiter*innen-Motivation. Denn Studien, wie zum Beispiel der Gallup Engagement Index, haben nachweisen können, dass emotional verbundene Mitarbeiter*innen bessere Leistung bringen. Durch die geringe oder gar nicht vorhandene emotionale Bindung von Mitarbeiter*innen hat die deutsche Wirtschaft im Jahr 2021 zwischen 92,9 und 115,1 Milliarde Euro Verlust gemacht.

Richtig gesetzte Ziele haben somit nicht nur einen großen emotionalen Wert, sondern auch einen wirtschaftlichen. Wie können wir diese Ziele nun definieren?

Dein täglicher Begleiter
An deinen persönlichen wie beruflichen Zielen arbeiten wir gemeinsam in Modul 1 von 4 unseres Business Journals. Es begleitet dich 16 Wochen lang, in denen du jeden Tag reflektieren kannst und gleichzeitig in vier Modulen konkrete Impulse zu Themen, wie Ziele, Kommunikation und Fokus erhältst.

2. Klassisch: SMARTe Ziele

Impuls: Mit der klassischen Methode Ziele definieren

Es gibt zahlreiche Praktiken für Zielformulierungen, der Klassiker unter ihnen nennt sich SMART. Diese Methode regt uns dazu an, unsere Ziele nicht nur so konkret wie möglich zu machen, sondern auch ihre Realisierbarkeit zu hinterfragen. Sie macht uns aufmerksam auf mögliche Zielkonflikte und unsere emotionale Verbindung zum Ziel und ist dennoch einfach umzusetzen. Vor allem in Organisationen erfreut sich diese Methode großer Beliebtheit. Dank SMART formulieren wir Ziele, die sowohl erreichbar als auch überprüfbar sind.

Die Buchstaben SMART stehen für fünf verschiedene Parameter, die wir bei der Zielformulierung beachten.

SPEZIFISCH
MESSBAR
ATTRAKTIV
REALISTISCH
TERMINIERT

Wer für sich selbst, seine Organisation oder mit seinem Team mit dieser Methode klare Ziele formulieren möchte, kann im ersten Schritt das in den Fokus nehmen, was im eigenen Einflussbereich liegt. Was kann ich direkt beeinflussen beziehungsweise was können wir beeinflussen?

Diese Fragestellung passt zum Punkt “Realisierbarkeit”. Denn ein Ziel wird kaum realisierbar sein, wenn es außerhalb unseres Einflussbereiches liegt.

Checkliste: Ist dein Ziel SMART?

SPEZIFISCH
Ist dein Ziel aktiv und im Präsens formuliert?
Ist dein Ziel positiv formuliert?
Beispiel: “Beim nächsten Personalgespräch erhalte ich eine Gehaltsverhandlung.”

MESSBAR
Woran erkennst du, dass dein Ziel erreicht ist? Formuliere das klar.
Beispiel: “Ich bekomme ab dem nächsten Quartal 7% mehr Gehalt.”

ATTRAKTIV
Zieht dich dein Ziel wirklich an?
Wie wirst du dich fühlen, wenn du das Ziel erreicht hast?
Beispiel: “Wenn ich die Gehaltserhöhung erhalte, fühle ich mich erleichtert und stolz, denn ich bin für meine Bedürfnisse eingestanden.”

REALISTISCH
Ist das Ziel im vorgegebenen Zeitraum erreichbar?
Liegt das Ziel in deinem Einflussbereich?
Beispiel: Die zeitlichen und personellen Ressourcen sind vorhanden. Es gibt keine Zielkonflikte.

TERMINIERT
Wann ist das Ziel erreicht?
Beispiel: Am 1. April habe ich erstmal mehr Gehalt auf dem Konto.

Aktiv werden
In unserem Download-Bereich findest du hilfreiche Arbeitsposter, um direkt aktiv zu werden. Zum Beispiel unser Lebensziele-Canvas zum Reflektieren, Träumen und Loslegen und ein Poster für deine Jahresplanung.

Lebensziele Canvas

3. Modern: Objectives and Key Results

Impuls: Ziele für Führungskräfte und Mitarbeiter*innen

OKRs (Objectives and Key Results = Zielsetzungen und Schlüsselergebnisse) richten sich in erster Linie an der Vision oder Mission aus, die in Strategie und konkrete Umsetzungen übersetzt wird. Die Methode ist vergleichbar mit dem Golden Circle von Simon Sinek und erweitert diesen um die Planung des “Was” im äußeren Kreis.

Es kann sich aber auch um unternehmensweite Ziele oder Projekte handeln, die wir mithilfe von OKRs umsetzen wollen, wie die Planung eines Events oder der Launch eines neuen Produktes.

In jedem Fall formulieren die einzelnen Teams und deren Mitglieder, wie das Ziel aussieht. Ist es ein unternehmensweites Projekt, können sich die Unterziele in jeder Abteilung unterscheiden. Diese wiederum können übrigens auch SMART formuliert werden.

Anschließend werden die entsprechenden Metriken festgelegt, die das Ziel messbar machen. Das können pro Ziel bis zu drei Schlüsselergebnisse sein.

OKRs sind deshalb so kraftvoll, weil wir uns über die eigentlichen Aufgaben und Kennzahlen hinweg mit dem übergeordneten Ziel verbinden und von ihm ausgehend Aufgaben ableiten. Die Messung der Ergebnisse ist dann wie eine kleine Belohnung für unsere großartige Arbeit.

Der OKR-Prozess verläuft übrigens über einen festgesteckten Rahmen, zum Beispiel drei Monate oder die Dauer des Projektes. Anschließend treffen sich alle Beteiligten, um eine Auswertung anzufertigen. Dafür findet eine Review für den inhaltlichen Rückblick statt, und eine sogenannte Retrospektive, um über die zwischenmenschliche Perspektive zu sprechen. Es wird gemeinsam evaluiert, wie gut das Projekt gelaufen ist, ob die Ziele erreicht wurden und welche Erfahrungen gesammelt und auf den nächsten Durchgang übertragen werden können.

Beispiel: Für Objectives and Key Results

Ein Software-Studio für Lernsoftware folgt dem Ziel, also dem Warum, Jugendliche dazu befähigen, mit Spaß und Freude Lernerfolg zu erziehen.

Für eine Programmiererin könnten die aktuellen OKRs wie folgt aussehen:
Eine Software programmieren, bei deren Nutzung die Jugendlichen spielerisch ihre Noten verbessern können. (Maßnahme)
Gemessen wird das an der Spieldauer, den Ergebnissen von Lerntests im Spiel und der Abfrage von Noten durch Umfragen bei den Lehrkräften. (Key Results bzw. Schlüsselergebnisse)

“If you live for having it all, what you have is never enough.”

Vicki Robin

4. Emotional: Dein Vision-Board

Beispiel: Für Objectives and Key Results

Oft vergessen wir sie doch im Alltagsstress, all diese kraftvollen Wünsche, Vorsätze, Ziele. Deshalb lohnt es sich, sie aufzuschreiben. Mit Bildern zu versehen. Dein persönliches Vision-Board unterstützt dich dabei, immer wieder eine emotionale Verbindung zu deinen Zielen herzustellen.

Wir haben bereits darüber geschrieben, dass es einen großen Einfluss hat, sich beständig mit dem eigenen Warum (und dem einer Organisation) zu verbinden. Durch ein Vision-Board geschieht das ganz automatisch, sobald wir es sehen.

Ein Vision-Board darf

  • auch ein Blatt sein, das in deinem Kalender liegt – mit ausgedruckten Fotos oder Sprüchen
  • ein Pinterest-Board sein, das du dir immer wieder ansiehst
  • für Organisationen genauso existieren wie für Privatpersonen
  • ganz viel Gefühl enthalten, also zum Beispiel auch Stimmungsbilder

Lass uns die eigenen Ziele und Wünsche sichtbar machen – als liebevoller Wegweiser.

Tipps für Inspiration

Keine Sorge: Du musst nicht extrem kreativ werden oder dir Bastelmaterialien besorgen. Dein Vision-Board soll schließlich, genau wie deine Ziele, dir dienen, nicht du ihm.

Du kannst dein Board also nach deinen Wünschen gestalten.

Inspiration findest du zum Beispiel auf Pinterest. Wir haben dafür ein eigenes Board erstellt, das Vision Boards in vielen Formen und Größen darstellt.

Illustration FLP

Gemeinsam Ziele definieren
In unserem Female Leadership Programm sind deine Vision und deine Ziele ein fester Bestandteil. Gemeinsam erarbeiten wir, wie Beruf und Leben für dich in Zukunft aussehen können. Am Ende des Programms verfügst du über mehr Klarheit für deinen zukünftigen Weg, die innere Stärke ihn zu gehen und eine Landkarte, die dich dorthin führt. Melde dich gern bei uns, wenn wir dich dabei unterstützen können.

So könntest du dein Vision-Board umsetzen:

  • Fotos und Sprüche auf einer Pinnwand
  • ein großes Plakat
  • eine Seite in deinem Terminkalender
  • als Bildschirmhintergrund auf deinem PC oder Smartphone

Richtig schöne Fotos und Sprüche findest du zum Beispiel hier:

  • Pinterest – für Fotos, Sprüche und Inspiration zu fertigen Vision Boards
  • Pexels – Für Fotos
  • Unsplash – für Fotos
  • Zeitschriften

Übrigens: Mit dem kostenfreien Tool Canva kannst du direkt ein komplettes, digitales Vision Board erstellen. Canva bietet schöne Vorlagen an, die du einfach mit Bildern deiner Wahl füllen kannst.

“Träume dir dein Leben schön und mach aus diesen Träumen eine Realität.”

Marie Curie

Anfangen: Lass uns gemeinsam ins Handeln kommen

Unabhängig davon, ob wir uns selbst oder unsere Kolleg*innen führen: Ziele sind wichtig. Je mehr wir uns mit ihnen verbinden können, umso besser, effizienter und motivierter erreichen wir sie. Doch ob ein Ziel zu uns als Personen und Teams passt, hängt auch von unseren Werten, Stärken und Persönlichkeit ab. Im Female Leadership Programm machen wir uns gemeinsam auf eine Entdeckungsreise für diese Themen – gemeinsam mit dem Team der Female Leadership Academy, den anderen Teilnehmerinnen und einer starken Mastermind-Gruppe.

Verhandlungen führen – 5 tipps von Vera Strauch

Weitere Artikel