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Spotlight Kommunikation

Spotlight: Kommunikation

Wie wir Informationen kommunizieren, wahrnehmen und verarbeiten, hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Ein paar Handlungsimpulse haben wir in unserem Spotlight gesammelt, das einmal im Monat erscheint. 💌⁠ Darin erhältst du Gedanken und Fakten zu einem ausgewählten Thema, das uns aktuell ganz besonders beschäftigt. Abonniere unseren Newsletter kostenlos, um kein Spotlight zu verpassen.   

Wichtige Faktoren, wenn es um Kommunikation geht, sind unseren eigenen Bedürfnissen, Stärken, Gefühle – all diese spielen eine Rolle, wenn wir mit anderen in Kontakt treten, egal ob wir vom beruflichen oder privaten Kontext sprechen. 🗣
Ein einziger Satz kann unzählige Aussagen in sich tragen, abhängig davon, wer ihn sagt. Und gleichzeitig kann er von jeder zuhörenden Person anders wahrgenommen werden.

Gerade in Führung, wenn wir ein großes Team leiten oder unsere Mitarbeiter*innen (noch) nicht besonders gut kennen, ist dieses Thema herausfordernd und wichtig. Aber es gibt einen Ansatzpunkt: Gute Kommunikation setzt voraus, dass wir uns selbst gut kennen. Erlangen wir diese Selbstkenntnis, fällt es uns leichter, mit Kolleginnen zu kommunizieren. 💪

💬 Dialog oder Debatte

Kommunizieren wir miteinander, reden wir nicht selten aneinander vorbei. Wir wollen unseren eigenen Standpunkt klarstellen und verteidigen. Unsere Gespräche ähneln eher einem Schlagabtausch. Statt zuzuhören, überlegen uns bereits, was wir erwidern können. Besonders heftig diskutieren wir, wenn wir uns intensiv oder emotional mit einem Thema auseinandergesetzt haben. Veganismus, Klimawandel, Feminismus, Arbeitsrecht – je tiefer wir drin stecken, umso wichtiger ist es uns, dass unsere Ansicht gehört wird. 💥

👂 Gehört werden

Was sich eben schon angedeutet hat: Wir wollen gehört werden. Das ist ein zutiefst menschliches Bedürfnis. Dabei geht es nicht einmal unbedingt um das Thema, sondern um uns selbst. Wir, als Menschen, möchten mit unseren Ansichten, Meinungen, unserer Art und Weise wahrgenommen werden. Jede Person ringt um genau diese Art von Aufmerksamkeit. ❤️‍🩹

👀 Zuhören

Um selbst gehört zu werden, kann es wertvoll sein, dieses Geschenk anderen zuerst zu machen. Aktives Zuhören kann hierfür der Schlüssel sein. 🗝️ Dabei versuchen wir, im Kopf nicht bereits diese und jene Antwort zurechtzulegen, nicht zu werten oder zu unterbrechen. Wir hören einfach zu und versuchen, zu verstehen (übrigens: Verständnis zeigen bedeutet nicht, einverstanden zu sein). So sehen und hören wir unser Gegenüber wirklich. Und ermöglichen Nähe und einen Perspektivwechsel – denn wir lassen uns ein auf das, was wir hören. 🫂

🥇 Gewinnen

“Ich habe gewonnen”, ist keine seltene Aussage nach Streitgesprächen, Gehaltsverhandlungen, Pitches. Mit dieser Aussage erheben wir uns über unser Gegenüber und zeigen: Das war ein Kampf. 💥 Dabei muss Kommunikation gar keiner sein. Schaffen wir durch Zuhören, Gehörtwerden und Verständnis wirkliche Nähe und öffnen uns, können alle Parteien etwas gewinnen. Und nur, wenn wir unsere Mitmenschen wirklich wahrnehmen und auf sie zugehen, können wir als Gesellschaft Veränderung bewirken. 💡

Debatten werden leicht zum Gefecht: Wir steigen in den Ring und kämpfen. Das Ziel? Eine*r gewinnt. Eine*r ist im Recht. […] Darin liegt das Dilemma der Debatte. Es wird zwar viel gekämpft, aber am Ende gibt es selten echte Gewinner*innen.

Vera Strauch, UNBEQUEM

💝 Für dich – unser Wallpaper für Desktop und Smartphone

Unser monatliches Wallpaper erwartet dich im Download-Bereich unserer Website und erinnert dich den ganzen Dezember über ans Zuhören. Denn den Menschen in unserem Umfeld wirklich zuzuhören, ihnen wertfrei Aufmerksamkeit zu schenken, kann zum einen für tiefe Bindung sorgen und zum anderen für eine größere Vielfalt an Perspektiven. 🗺️

Wallpaper Kommunikation Desktop

🛟 Um Hilfe bitten

“Bloß nicht um Hilfe fragen. Die Kolleg*innen haben es zwar angeboten, aber das war sicherlich nur eine leere Phrase. Denn wenn ich jetzt frage, mache ich mich verletzlich. Ich zeige, dass ich es nicht drauf habe.” 🚫

Amy Edmondson, Leadership Professorin an der Harvard Business School, forscht über den Wert psychologischer Sicherheit in Teams. Diese Sicherheit sorgt dafür, dass wir uns verletzlich zeigen können. Dadurch trauen wir uns eher, um Hilfe zu bitten, Ideen zu äußern, Konflikte anzusprechen.

Was passiert dann? Wir sind nicht nur ehrlicher und nahbarer unseren Mitmenschen und Kolleg*innen gegenüber. In Führung hat das noch weitere, wunderbare Vorteile. Wenn wir uns wohl, emotional sicher und mit unserem Arbeitsplatz verbunden fühlen, bringen wir bessere Leistung. Wir kündigen seltener, sind gesünder – mental, wie körperlich. 💃

Wir äußern Ideen freier heraus, weil wir keine Angst haben, ausgebuht zu werden. Wir fragen um Hilfe, weil wir nicht so tun müssen, als ob. Und schaffen dadurch Nähe und Sicherheit, für uns und andere im Team. Das mag erst einmal ungewohnt klingen und sich komisch anfühlen, aber es lohnt sich. 💜

✅ Tipps

Es kann sich ziemlich komisch anfühlen, um Hilfe zu bitten. Ja, wir brauchen Hilfe – aber wir haben Angst zu fragen. ⚡️ Hier hilft der Aber-und-Flip. Statt “aber” können wir “und” sagen. Wir brauchen Hilfe und wir haben Angst zu fragen. Das ist okay!

Falls es dir noch immer unangenehm ist, stell dir Folgendes vor: Jemand bittet dich um Hilfe, weil du etwas besonders gut kannst. Ist das nicht ein schönes Gefühl? Und kannst du dieses Gefühl jemandem schenken, den du um Unterstützung bittest? 🎁

🙅 Grenzen setzen

Inwieweit wir Grenzen setzen und Nein sagen, ist von mehreren Faktoren abhängig. Fühlen wir uns sicher? Kennen wir unsere eigenen Grenzen überhaupt? Was ist unsere Definition von Erfolg? Erkennen wir an uns selbst, dass wir häufig Ja sagen und eigentlich Nein meinen, können die folgenden Impulse unterstützen.

⚡️ Grenzen kennen – Warum ist das für uns oft schwierig?

Manche Menschen sind der Überzeugung, Frauen* seien von Natur aus harmoniebedürftig. Grenzen klar zu kommunizieren, passt nicht dazu. Die sogenannte Role Congruity Theory beschreibt eben dieses Phänomen: Verhalten sich Menschen nicht ihren zugeschriebenen Geschlechtern entsprechend, irritiert uns das. 💥 Tatsächlich werden Frauen* häufig in dem Glauben sozialisiert, dass wir besonders hilfsbereit, aufopferungsvoll und harmoniebedürftig sein sollten. Wir dürfen uns erlauben, unsere Grenzen zu erforschen und sie klar zu kommunizieren. Auch dann, wenn das für unser Umfeld erst einmal irritierend sein mag. 💪

🫀 Bauchgefühl

Aber wie erkennen wir unsere eigenen Grenzen? Vieles liegt schon in uns, wir haben lediglich aus unterschiedlichen Gründen nicht hinhören wollen oder dürfen (denn Grenzen zu haben, ist ein Privileg). Unser Bauchgefühl kann hier ein guter erster Wegweiser sein. Wir fühlen uns unwohl, wenn wir den vierten Tag in dieser Woche Überstunden machen? Oder wenn wir “Ja” sagen und “Nein” meinen? Wir nehmen eine Verabredung an und überlegen insgeheim direkt, wie wir aus der Nummer wieder herauskommen – all das sind Hinweise auf Grenzüberschreitungen. ⚡️

🙌 Erfolg definieren

Es kann helfen, unsere Definition von Erfolg zu überdenken. Nicht selten nehmen wir zahlreiche Aufgaben an, um gut dazustehen oder Ziele so schnell wie möglich zu erreichen. Aber was genau bedeutet Erfolg für uns? Wenn wir auf dem Weg dahin ausbrennen, ständig an unsere Grenzen und darüber hinaus gehen, bringt uns das wahrscheinlich nicht ans Ziel. Dabei dürfen wir ganz wohlwollend mit uns selbst umgehen und die geplante Beförderung auch mal ein Jahr nach hinten verschieben, wenn wir dafür unsere Grenzen besser wahren können. 💡

🫂 Sicher fühlen und Sicherheit geben

Bereits im vorherigen Abschnitt zum Thema “Um Hilfe bitten” war von psychologischer Sicherheit die Rede. Geht es um unsere Grenzen, ist diese ebenso wichtig. Denn wenn wir uns sicher fühlen, stehen wir eher für uns ein. So sagen wir Freund*innen und Partner*innen vielleicht eher mal “Nein, ich kann heute nicht” als unseren Kolleg*innen. Und: Wir geben uns selbst Sicherheit, wenn wir Grenzen setzen. Wir zeigen: Wir können uns auf und selbst verlassen und wahren unsere Integrität. 💜

Integrity is choosing courage over comfort; choosing what is right over what is fun, fast, or easy; and choosing to practice our values rather than simply professing them. Today, I will choose courage over comfort.

Brené Brown

🧠 Biases

Unser Gehirn ist großartig – es kann so unglaublich viel leisten und wir nutzen das volle Potenzial nicht einmal ansatzweise aus. Und doch ist es nicht absolut rational. Logische, vollkommen rationale Entscheidungen können wir nur dann treffen, wenn wir uns selbst und unsere Irrationalität wirklich gut kennen. 💡

Kognitive Verzerrungseffekte, auch Biases, erschweren uns das. Auch in der Kommunikation können sie uns unbewusst im Weg stehen. Es lohnt sich also, Entscheidungen, Reaktionen, Gesagtes, immer wieder bewusst und wohlwollend zu hinterfragen. 💭

Auf den Grafiken erklären wir ein paar der bekanntesten Biases und laden dich hiermit ein, dein Verhalten etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Erkennst du ein paar dieser Verzerrungseffekte auch bei dir? Wenn ja: Das ist gar nicht schlimm. Wir alle haben sie. Ein bewusster Umgang mit ihnen erleichtert uns jedoch Kommunikationssituationen ungemein. Zum Beispiel, wenn wir unserem Gegenüber keine geschlechtertypischen Stereotype unterstellen.

📖 Unsere Buchtipps

1️⃣ Miteinander Reden 1 von Friedemann Schulz von Thun ist der Klassiker, wenn es um Bücher über Kommunikation geht. Der Autor und Kommunikationsexperte beschreibt in seinem Buch das Kommunikationsquadrat. Dieses zeigt den Sender einer Nachricht mit vier verschiedenen “Schnäbeln” und den Empfänger mit ebenso vielen Ohren. Die vier Ebenen umfassen dabei die Sachinformation, die Selbstkundgabe, den Beziehungshinweis und den Appell. Das Anwenden dieses Wissens ist sehr wertvoll für Kommunikation – aus diesem Grund arbeiten wir auch im Female Leadership Programm damit. 🗣

2️⃣ Unlearn Patriarchy ist eine Sammlung wunderbarer Texte rund um die Dinge, die wir verlernen dürfen, um die Welt ein bisschen gerechter zu gestalten. Namhafte Expert*innen, wie zum Beispiel Teresa Brückner, Emilia Roig, Kristina Lunz und noch einige mehr, zeigen Wege aus dem Patriarchat heraus auf. In ihren Texten geht es auch um Kommunikation – zum Beispiel um eine gerechte Sprache, die alle mitdenkt. 💜

3️⃣ Wir können es nicht oft genug empfehlen: In UNBEQUEM – Eine Aufforderung zum Anecken geht unsere Gründerin Vera Strauch unter anderem auf das Anecken in Kommunikationssituationen ein. Aber es ist auch eine Aufforderung zu menschlicher, wertschätzender und klarer Kommunikation. 💪

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