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Spotlight Diversität

Spotlight: Diversität

Jede*r von uns kann ganz bewusst einen Beitrag zu mehr Diversität und Inklusion leisten. Ein paar Handlungsimpulse haben wir in unserem Spotlight gesammelt, das einmal im Monat erscheint. 💌⁠ Darin erhältst du Gedanken und Fakten zu einem ausgewählten Thema, das uns aktuell ganz besonders beschäftigt. Abonniere unseren Newsletter kostenlos, um kein Spotlight zu verpassen.   

“Wir sind doch alle längst gleichberechtigt”, titelt das Buch von Alexandra Zykunov sarkastisch. Denn nein, das sind wir nicht. Allein die Geschlechtergleichstellung wird, laut einer kürzlich veröffentlichten Studie des Weltwirtschaftsforums, noch 132 Jahre dauern.

Zwischen Frauen* und Männern* sind die Missverhältnisse signifikant. Doch nicht nur geschlechterspezifische Unterschiede sorgen für ein Ungleichgewicht. Behinderungen, eine Migrationsgeschichte, verschiedene Sexualitäten oder Hautfarben wirken ebenso als Ursache von Ungleichbehandlung.

Was können wir also tun? Bei all diesen Merkmalen geht es um Diskriminierung – aber auch um Diversität. Statt uns gegenseitig für unsere Unterschiede zu verurteilen oder allen Menschen eine einheitliche Verhaltensvorgabe überzuziehen, sollten wir unsere Vielfalt feiern, sie annehmen und als das nutzen, was sie ist: ein Geschenk. 🎁

Was Diversität bedeutet und umschließt 🌍

Hautfarbe, Geschlecht, Religion, Kultur: Das sind die einfachsten Merkmale, an denen wir Diversität festmachen können.

Dabei machen auch Elternschaft, Ausbildung, Einkommen, sexuelle Orientierung, soziale Herkunft und viele weitere Merkmale die individuellen Lebenswelten von uns allen aus und sind Teil dessen, was Diversität beschreibt. Wir bestehen nie nur aus einem dieser Merkmale, sondern aus einer Vielfalt dessen. Schließlich ist niemand von uns nur Frau* oder Mann*, nur Mutter oder Vater, nur eine Sexualität oder Hautfarbe.

Und es gibt noch viel mehr, das uns einzigartig und vielfältig macht. Wenn du etwas tiefer in das Thema einsteigen möchtest, empfehlen wir dir diesen Artikel der Freien Universität Berlin. Dort werden die “Four Layers of Diversity” von Gardenswartz und Rowe (1994) beschrieben – die erstaunlich deckungsgleich mit Diskriminierungsmerkmalen sind.

Was die Gesellschaft denkt

Wie wir von Diversität zu Inklusion gelangen können 🌈

Oft existiert Diversität in Organisationen lediglich in der Theorie. Ein Schwarzer Kollege arbeitet im Marketing, eine Mutter in Teilzeit im Key Account Management und im HR-Team hat sich letztens jemand geoutet.

Es ist ein bisschen, als trüge man eine Arbeitsuniform – innen wie außen. Zwar ist, im besten Fall, bekannt oder offensichtlich, was uns anders macht, aber wir sollen bitte nicht darüber reden und möglichst homogen auftreten.

Diversität = Vielfalt

Inklusion = gelebte Vielfalt

Ein inklusives Arbeitsumfeld, in dem wir unsere Vielfalt anerkennen und leben sieht anders aus. Vielfalt ist zutiefst menschlich. Sie zu leben bedeutet, offen damit umgehen zu können und als ganzer Mensch zur Arbeit zu kommen. Erkennen wir an, was uns einzigartig macht, sprechen mit unseren Mitmenschen und hören ihnen vorurteilsfrei zu, ist das ein erster Schritt in Richtung Inklusion.

Was jede*r von uns für mehr Inklusion tun kann 🙌

Eigene Vorurteile erkennen 💭

Bist du rassistisch? Viele Menschen beantworten diese Frage mit “Nein” und natürlich – wir möchten uns das nicht eingestehen. Dabei übersehen wir häufig Narrative, die uns von Kindesbeinen an begleiten. Wie tief diese in unserem Denken und Handeln verwurzelt sind, offenbart der Implicit Association Test (IAT) der Harvard University.

Auf den Prüfstand stellen ⚖️

Eigene Vorurteile, Narrative und Angewohnheiten zu reflektieren hilft, bestehende Denkmuster zu verändern, statt sie zu reproduzieren. Deine Kollegin muss heute früher gehen, weil ihr Kind krank geworden ist und das ärgert dich maßlos? Wir sehen unsere Vorurteile als bestätigt an. Wir wissen vermeintlich, dass Mütter* unzuverlässig im Job sind – unabhängig davon, ob das tatsächlich wahr ist. Dieses Verhalten lässt sich mit dem Gender Bias beschreiben. Aufgrund unserer Sozialisierung erwarten wir bestimmte Dinge vom jeweiligen Geschlecht – und haben Schwierigkeiten, etwas anderes anzuerkennen.
Frage dich einfach mal: Was, wenn es ein Mann* wäre?

Miteinander reden 👂

Es mag simpel klingen, doch wertungsfrei miteinander zu reden und unserem Gegenüber wirklich zuzuhören, schafft Räume für Inklusion und Nähe. Wir können so viel von- und übereinander lernen, wenn wir diese Räume öffnen und wohlwollend hineingehen. Erste Schritte hierfür können ein Diversity Tag, Workshops oder Netzwerke sein. Übrigens: Diverse Teams profitieren auch wirtschaftlich von der Vielfalt ihrer Mitarbeiter*innen.

Fehler sind ok 💪

Aus Angst, direkt ins Fettnäpfchen zu treten, sagen wir manchmal lieber gar nichts. Dabei geht es bei Inklusion ums Kennenlernen. Und bei welchem Kennenlernen haben wir nicht alle schonmal das ein oder andere Fettnäpfchen mitgenommen? Jeder Schritt, den wir unternehmen, ist besser als gar keiner.

Unsere Buchtipps 📕

Es ist nicht bequem. Zu sehen, wie ungerecht unsere Welt in vielen Bereichen noch ist, sorgt nicht für ein wohliges Gefühl. Emilia Roig zeigt viele dieser Ungerechtigkeiten in ihrem Buch Why We Matter auf und macht deutlich: Um etwas verändern zu können, müssen wir hinsehen.
Gleichzeitig beschreibt sie die enorme Vielfalt, die unsere Welt für uns bereit hält und gibt einen Vorgeschmack auf das, was wir voneinander lernen können. 💜

Dass wir als Gesellschaft sehr wohl dazu in der Lage und “Im Grunde gut” sind, zeigt Rutger Bregmann in seinem mutmachenden gleichnamigen Buch. Beide Bücher zusammen bilden einen schönen Wegweiser weg von Ungerechtigkeit hin zu einer anderen, menschlicheren und vielfältigeren Welt. 🌈

3 Fragen an Natalya Nepomnyashcha von Netzwerk Chancen 🙌

3 Fragen zu Chancen-Gleichheit
Was ist aktuell der größte Fehler im System
Was können Unternehmen tun, um Chancengelichheit zu fördern?
Welchen Beitrag kann jede*r von uns leisten?

Mehr über Natalya Nepomnyashcha und ihre Arbeit erfährst du in Podcast-Episode 143: Sozialer Aufstieg: Wie Herkunft Karrieren bestimmt.
Natalya teilt dort weitere konkrete Impulse, wie Unternehmen und auch Privatpersonen zu mehr Chancengleichheit und sozialer Gerechtigkeit beitragen können. Außerdem gibt sie Tipps, wie jede*r von uns sich ehrenamtlich engagieren kann, auch wenn es nur ein paar Stunden im Monat sind.

“In der Wissenschaft herrscht noch immer die Illusion einer Perspektive ohne Körper – einer Sicht auf die Welt ohne Geschlecht, ohne Hintergrund, ohne Hautfarbe oder Ethnizität, ohne soziale Klasse. Diese Perspektive existiert in der realen Welt nicht.”

– Emilia Roig

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